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Das neue: Keine Angst

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Ganz ehrlich, ich hatte Angst vor diesem Buch. Vor diesem Thema. Es scheint so dunkel und bedrohlich. Und so persönlich. Man kann ja nicht über Angst schreiben ohne seine eigenen Ängste zu benennen. Zumindest ich kann das nicht. Dann habe ich es gewagt - und die Angst hat ihren Schrecken verloren. Manchmal muss man sich ihr einfach stellen.

 

Die Experten unterscheiden zwischen Angst und Furcht. Angst wäre ein diffuser Seelenzustand, Furcht würde sich auf eine konkrete Bedrohung beziehen. Also hätte ich mich gefürchtet vor diesem Buch. Ich weiß allerdings nicht, ob sich das anders angefühlt hätte. Furcht oder Angst - am Ende ist das doch vielleicht vor allem eine eher akademische Unterscheidung. Jedenfalls macht beides keinen Spaß. Angst ist bedrohlich, sie lähmt Gedanken und Gefühle, macht Herz und Seele eng und bringt uns dazu, wegzulaufen, uns zu verstecken oder uns tot zu stellen. 

 

Aber man kann nicht an ihr sterben.

 

In der Bibel heißt es immer wieder: „Fürchte dich nicht!“ Mancher behauptet: 365 mal. Das wäre ein durchaus originelles Ergebnis, ein Mutmacher also für jeden Tag des Jahres! Doch leider stimmt die Zahl nicht. Wer genau nachzählt, kommt, wenn er die Singular- und Pluralformen berücksichtigt, auf 124 mal. Ist man bei der exakten Formulierung ein bisschen pingeliger, kommt man auf 109 Mal. 83 mal im Alten und 26 im Neuen Testament heißt es: "Fürchte dich nicht!" Und so gut wie immer ist das ein göttliches Machtwort, kein menschliches, ein himmlisches, kein irdisches. Gott persönlich sagt es. Oder Jesus. Oder ein Engel. Jedenfalls einer, der stärker ist als das, was uns Angst macht.

 

Kann man daraus schließen, dass Glaubende keine Angst haben müssen? Ich sehe es anders herum: Wenn es uns so oft zugesprochen werden muss, werden Furcht und Angst wohl eine wahrhaft prominente Rolle im Leben vieler Menschen spielen. Niemand muss sich schämen, wenn er Angst hat. Und niemand muss Angst vor der Angst haben. Es gibt gangbare Wege durch die Angst. Es gibt Wege um die Angst herum, und es gibt Auswege. 

 

Ich habe sie beschritten und beschreite sie immer neu. Manchmal tapfer, manchmal tapsend. Wenn Sie mögen, kommen Sie doch einfach mit.

 

 

 

Über mich:​

Wikipedia: Jürgen Werth

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